Vereinigung der Iranischen(Konstitutionalisten) Monarchisten

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(Farvardin)( Mi.)19 Ordibehscht 2565 ,9Mai 2006

 

 

Israelischer Minister Peres droht Teheran

"Auch Iran kann vernichtet werden!"

Bisher hatte Israel gegenüber Iran und seinen unverhohlenen Drohungen gegen den jüdischen Staat stets Zurückhaltung gewahrt. Der stellvertretende Ministerpräsident Peres ist von dieser Linie jetzt überraschend abgerückt: Im Gespräch mit ausländischen Journalisten sagte er, auch Iran könne zerstört werden.

Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Peres  (Foto: picture-alliance/ dpa)

 Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der stellvertretende israelische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Schimon Peres (Archiv)]
In den Korridoren der Macht in Jerusalem traute man gestern abend seinen Ohren nicht. Ausgerechnet jetzt, zu einem Zeitpunkt, da der iranische Präsident Ahmadinejad immer mehr in die Isolation gerät, droht ein israelischer Minister dem Iran mit Vernichtung. Und nicht irgend einer der zwei Dutzend neuen Minister, die seit wenigen Tagen erst im Amt sind. Nein, Shimon Peres, der Altmeister der israelischen Politik, der Vater des israelischen Atomprogramms und stellvertretende Ministerpräsident in der neuen Koalitionsregierung. Er rückt von der Politik der ausdrücklichen israelischen Zurückhaltung ab und findet im Gespräch mit ausländischen Journalisten deutliche Worte.

Peres: Beide Augen offen halten statt Auge um Auge

Peres sagte: "Sie wollen Israel auslöschen. Wer sind sie denn überhaupt? Sie sind höchstens so wie wir und wir sind wie sie. Doch ihre Absicht, zu zerstören und zu töten ist schrecklich. Aber wenn es um Zerstörung geht, dann kann auch der Iran zerstört werden. Ich schlage nicht vor, dass wir sagen Auge um Auge. Ich würde sagen, wir sollten besser beide Augen offen halten, anstatt zu versuchen, einem anderen sein Auge auszureißen."

In den israelischen Medien wurden diese Worte als klare Drohung an die Adresse des Iran verstanden. Alle Abendnachrichten machten mit der überraschenden Meldung auf. Zum ersten Mal habe ein hochrangiger israelischer Regierungspolitiker dem Iran mit vernichtender Vergeltung gedroht, sollte dieser Israel angreifen, erklärten sie ihren Zuschauern. Und für alle Beobachter war klar: Wenn Shimon Peres davon spricht, dass der Iran zerstört werden könne, dann hat er die israelische Atombombe im Sinn. Zu dieser Bombe jedoch, die man Israel in den ausländischen Medien zuschreibt, bekennt sich die Regierung in Jerusalem nicht offiziell. Sie hält an einem Kurs der bewussten Zweideutigkeit fest. Und ausgerechnet Shimon Peres war immer der engagiertest Verfechter dieser Politik. Israel werde nicht als erstes Land im Nahen Osten die Atombombe einführen, wiederholte er betont ausweichend, wann immer er zu diesem Thema befragt wurde.

Nach Medienecho rudert Peres zurück

Offenbar wurde auch ihm selbst gestern abend klar, dass er sich bei seinem Interview mit den ausländischen Nachrichtenagenturen zu weit vorgewagt hatte. Denn im israelischen Fernsehen ruderte er kurz darauf zurück: "Ich habe nur gesagt: Passt auf mit euren Drohungen. Wer droht, wird selbst bedroht. Von Israel habe ich gar nichts gesagt."

Der Reporter wollte dies nicht gelten lassen: "Aber Sie haben doch gesagt, wer uns vernichten will, wird selbst vernichtet werden", hielt er Peres entgegen, doch dieser unterbrach ihn: "Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur gesagt, wer droht, der bringt sich in Gefahr. Und außerdem habe ich gesagt, ich bin nicht für das Prinzip Auge um Auge."

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad (Foto: AP)

Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei einer Kundgebung]
Israel liegt in der Reichweite iranischer Raketen und der iranischer Präsident Ahmadinejad machte in den letzten Wochen keinen Hehl aus seiner virulent anti-israelischen Einstellung. Der jüdische Staat müsse von der Landkarte radiert werden, das unnatürliche Gebilde müsse verschwinden, sagte er immer wieder, zuletzt ausgerechnet am israelischen Holocaust-Gedenktag. In Israel nimmt man diese Drohungen sehr ernst. Trotzdem hatte man sich in den letzten Wochen und Monaten in Jerusalem stets zurückhaltend gegeben. Nicht nur Israel werde vom Iran bedroht, sondern auch Europa und die Vereinigten Staaten. Daher müsse sich die internationale Staatengemeinschaft darum bemühen, die Krise zu entschärfen und Teheran zum Einlenken zu bewegen.