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(Farvardin)( Mi.)19 Ordibehscht 2565 ,9Mai 2006

 

 

Iran kritisiert in Brief USA - Keine Vorschläge zum Atomstreik

Di Mai 9, 2006 8:47 MESZ6

New York (Reuters) - In seinem Brief an US- Präsident George W. Bush kritisiert der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Außenpolitik der USA, bietet jedoch keine Lösungsansätze für den Atomstreit.

Der ausschweifende 18-seitige Text lag am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters vor. Allgemein fordert Ahmadinedschad darin, dass gemeinsame religiöse Werte das politische Leben bestimmen müssten. Er scheint Parallelen zu ziehen zwischen dem US-Geführten Einmarsch in den Irak 2003 und US-Drohungen gegen den Iran. Wissenschaftliche Forschung sei "eines der Grundrechte von Staaten", heißt es zudem.

Die USA hätten gelogen, um den Irak-Krieg zu begründen, schreibt Ahmadinedschad in dem auf Persisch verfassten Brief. Nun trugen sie die Konsequenzen. "Unter dem Vorwand der Existenz von Massenvernichtungswaffen begab es sich, dass diese große Tragödie beide Völker befiel, das der Besatzer und das der Besetzten. Später wurde enthüllt, dass es von Anfang an keine Massenvernichtungswaffen gegeben hatte." Weiter heißt es: "Im Fall des Iraks wurden Lügen erzählt. Was war das Ergebnis? Ich habe keine Zweifel, dass Lügen in jeder Kultur verabscheuungswürdig sind, und dass Sie nicht gerne angelogen werden."

Das US-Präsidialamt hatte den Brief am Montag erhalten, jedoch zunächst nicht veröffentlicht. In US-Kreisen zeigte man sich skeptisch und sprach von einem Ablenkungsmanöver. Ein europäischer Diplomat, der namentlich nicht genannt werden wollte, sprach dagegen von einem "weiteren taktischen Meisterstück", das Vertreter der US-Regierung "sehr nervös" gemacht habe.

Der Iran steht unter internationalem Druck, seine Uran- Anreicherung aufzugeben. Mehrere westliche Staaten befürchten, dass das Land insgeheim an Atomwaffen arbeitet. Der Iran hat dies zurückgewiesen und erklärt, sein Atomprogramm diene nur friedlichen Zielen. Am Montag, als auch der Brief übergeben wurde, hatten sich die Außenminister der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UN) - die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien - sowie Deutschlands in New York getroffen. Es wurde keine Einigkeit über das weitere Vorgehen erzielt.