Vereinigung der Iranischen(Konstitutionalisten) Monarchisten

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(Ram)( Mi.)21 Ordibehscht 2565 ,11Mai 2006

 

Ahmadinejad gilt im Iran als unberechenbar
 

ahmadinejad

 

An Präsident Mahmud Ahmadinejad scheiden sich im Iran die Geister. Sein Pochen auf das Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie unterstützt die Bevölkerung aus nationalem Stolz praktisch einhellig.

Über Ahmadinejads Fähigkeiten aber wird bald ein Jahr nach dessen Wahl kontrovers diskutiert. Die einen halten ihn für einen eher dilettantischen, die anderen für einen ausgekochten, listigen Politiker. Einig sind sich indessen alle im Urteil, dass er in seiner Innen- und Aussenpolitik unberechenbar ist.

Mit seinem Brief an US-Präsident George W. Bush hat er als erster Staatschef der Islamischen Republik völlig unvermittelt ein ungeschriebenes Tabu gebrochen: Er wandte sich direkt an den «Erzfeind» in Washington - das erste Mal seit über 26 Jahren.

Innenpolitisch ist das Vorgehen des erzkonservativen 48-Jährigen mindestens ebenso schwer überschaubar. So widersprach er seinem Polizeichef, der Frauen mit «unzüchtiger» Kleidung bis zu zehn Tagen Haft angedroht hatte. Ahmadinejad pfiff ihn zurück und sagte, Frauen wüssten schon selber, wie sie sich anziehen sollen.

Frauen, Fußball und Kleider

Dann setzte er noch eins drauf und erlaubte es Iranerinnen zum ersten Mal in der Geschichte der islamischen Revolution (1979), in den Stadien des Landes Fußballspielen zuzuschauen. «Die Frauen sollten auch die besten Sitzplätze bekommen», empfahl er sogar.

Dies brachte nicht nur die Ajatollahs auf den Plan, sondern auch Parlamentarier aus Ahmadinejads eigener Partei «Entwicklung». Sie sehen islamische Gesetze verletzt, wenn Männer in Stadien auch vor Frauenaugen kicken. Zunächst hatte sich Ahmadinejad nicht beirren lassen, aber dann kam auch die Kehrtwende unvermutet: Er widerrief seine Empfehlung, dass Frauen Männerfußball live erleben können.

Auf einer Textilausstellung krebste er auch von seiner Position zur Kleiderfrage zurück und forderte sogar eine nationale Kleiderordnung für Frauen und für Männer. Damit solle eine Alternative zur Mode aus dem Westen geschaffen werden.

Vieler Teheraner befürchten, dass demnächst wieder versucht wird, das Verbot von Satellitenschüsseln durchzusetzen, das bisher sehr lasch gehandhabt wurde. Drohungen der Polizei habe es schon gegeben, sagte ein Installateur in der Hauptstadt.

Ablenken von eigenem Versagen?

Manche Einwohner Teherans meinen, Ahmadinejad könnte ganz bewusst einen unberechenbaren Kurs steuern. Er wolle damit von den Wirtschaftsproblemen abzulenken. «Von den wirtschaftlichen Versprechen, die er vor der Wahl gemacht hat, habe wir Arbeiter bis jetzt noch nichts gesehen», sagt der Bauarbeiter Saber.

Die Öl-Einnahmen, die kräftig gestiegen sind, wollte der auch als «islamischer Robin Hood» bezeichnete Präsident den Armen auf den Esstisch legen. Das Murren ist inzwischen unüberhörbar, weil offensichtlich nichts oder zu wenig geschehen ist.

«Der heutige Radikalismus im Iran ist organisiert, und eine bestimmte Gruppe versucht, eine bestimmte Ideologie durchzusetzen», sagt Ahmadinejad- Vorgänger Mohammed Khatami. Der Reformorientierte Ex-Präsident hat seinem Nachfolger von Anfang an Populismus und leere Versprechen vorgeworfen