Venezuela und Iran wettern gegen die USA

 

Nahost: Ahmadinedjad forciert den Atomstreit und hofiert Verbündete

KAIRO/TEHERAN -

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat die israelischen Militäroperationen im Libanon mit der Vernichtung der Juden durch Nazi-Diktator Adolf Hitler verglichen. "Israel verübt an den Libanesen dieselben Handlungen, wie sie Hitler an den Juden verübt hat - die Ermordung von Kindern und Hunderten unschuldiger Zivilisten", sagte Chavez dem arabischen Fernsehsender al-Dschasira. Bei einem Staatsbesuch in Teheran verurteilte er am Sonntag den israelischen Angriff auf ein Dorf im Südlibanon als "faschistisches Verbrechen". Gleichzeitig warf US-Präsident George W. Bush vor, mit dem "Teufel im Bunde" zu sein.

Der Iran ist indes zur Vermittlung im Libanonkonflikt bereit. Das sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid Resa Assefi in Teheran. Der erste Schritt müsse aber Druck auf Israel sein, "damit das zionistische Regime seine Verbrechen stoppt". Der Sprecher dementierte erneut, dass der Iran Waffen an die Hisbollah liefere. Die Hilfe sei nur politisch und humanitär.

Chavez und der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedjad hoben auf einer Pressekonferenz in Teheran ihre gemeinsame Gegnerschaft zu den USA hervor. Chavez wurde für seine "außerordentlichen Anstrengungen gegen den Imperialismus" und Ablehnung "anti-iranischer" Resolutionen der Internationalen Atomenergie-Behörde IAEO mit einem Orden ausgezeichnet. Der linksgerichtete Venezolaner hatte sich auch positiv über das iranische Atomprogramm geäußert.

Beide Präsidenten bezeichneten sich als "Brüder". Das geistliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, warf den USA vor, eine "Amerikanisierung" des Nahen Ostens angestrebt zu haben. Dies sei allerdings gescheitert, erklärte er bei einem Treffen mit Chavez in Teheran.

Bei dem Besuch ging es auch um Absprachen über die Haltung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) sowie den Abschluss mehrerer Abkommen im Energiebereich. Zuvor hatte Chavez in Russland und Weißrussland Verträge über umfangreiche Waffenkäufe unterzeichnet.