Iran will wegen Libanon-Krise Atomfrage überdenken


Die israelische Offensive im Gazastreifen und in Libanon beeinflusst nach Worten des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedjad die Antwort seines Landes im Atomstreit mit dem Westen.

Das Angebot der fünf ständigen Mitglieder im UNO-Sicherheitsrat und Deutschlands werde unter Berücksichtung «unserer Interessen und legitimen Rechte» geprüft, sagte Ahmadinedjad am Sonntag vor Journalisten in Teheran. Die Ereignisse in Libanon und den Palästinensergebieten würden aber Auswirkungen auf die Antwort haben, die zum erwarteten Zeitpunkt kommen werde.

Der Regierung in Teheran liegt seit dem 6. Juni ein Angebotspaket im Atomstreit vor. Es bietet dem Iran insbesondere wirtschaftliche Anreize im Gegenzug für eine Aussetzung seines Programms zur Urananreicherung. Der Iran hatte angekündigt, am 22. August auf den Vorschlag zu antworten.

Der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki forderte die UNO auf, einen Stopp der israelischen Offensive zu erreichen und die Verantwortlichen wegen Menschenrechtsverbrechen zu verfolgen. Die Schuld für die «Katastrophe» von Kana - den israelischen Luftangriff mit mehr als 60 Toten - trügen die USA und Israel, zitierte die Nachrichtenagentur Isna den Minister.

Unterdessen äußerte der Chef der iranischen Revolutionsgarden, Jahija Rahim Safawi, «die Hoffnung, eines Tages das Blut der Unschuldigen» in Libanon, den Palästinensergebieten, im Irak und in Afghanistan «rächen» zu können.

Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars zitierte ihn weiter mit den Worten: «Wir müssen in unseren Herzen diesen heiligen Hass gegen die Feinde des Islam lebendig erhalten, bis die Zeit der Rache gekommen ist.»