Häftling nach Hungerstreik gestorben

Ein iranischer Student und Regimekritiker ist nach sieben Jahren in Haft und einem mehrtägigen Hungerstreik im Gefängnis verstorben. Die Umstände seines Todes sind noch unklar.

 

Teheran - Der Studentenführer Akbar Mohammadi war 1999 wegen Beteiligung an Anti-Regierungs-Protesten festgenommen worden. Zunächst wurde er zum Tode verurteilt, dann wurde seine Strafe auf 15 Jahre abgemildert. Er sei aus Protest gegen die unzureichende Behandlung eines Rückenmarksleidens in den Hungerstreik getreten und gestern nach einem Herzschlag gestorben, sagte Kohjar Goodarsi vom Studentenkomitee der Menschenrechtsreporter Irans.

Die genaue Todesursache werde noch untersucht. Ein anderer Student sagte, Mohammadi habe seinen Hungerstreik schon im Mai begonnen. Den Angaben nach wollte er damit seine Freilassung erzwingen. Der Anwalt des Toten kritisierte, er habe seinen Mandanten im Teheraner Gefängnis Evin nach Beginn des Hungerstreiks nicht besuchen dürfen.

Mohammadi sei 2005 für ein Jahr zur Behandlung freigelassen worden, doch vor zwei Monaten ohne weitere Erklärung vorzeitig wieder festgenommen worden. Die Verwaltung des Evin-Gefängnisses in Teheran erklärte, Mohammadi sei medizinisch angemessen behandelt worden. Er ist seit vielen Jahren der erste politische Dissident, von dem man weiß, dass er in einem iranischen Gefängnis gestorben ist.

Der Dachverband der Menschenrechtsorganisationen FIDH in Paris verlangte von "den höchsten iranischen Stellen" eine Aufklärung der Umstände des Todes von Mohammadi durch unabhängige Stellen. Es bestehe der Verdacht, dass der 36-Jährige schon während seiner Haft misshandelt worden sei.