Vereinigung der Iranischen(Konstitutionalisten) Monarchisten
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( Di be Din )(Do.)23the Aban mah 2565, 13th November 2006
Weißrussland sucht Freunde in der Ferne
Lukaschenko umwirbt Iran und Venezuela
Von Thomas Roser, Warschau
Der Gast aus Minsk begrüßte den iranischen Staatschef
mit einer herzlichen Umarmung. Mahmud Ahmadinedschad sei ein gebildeter,
verlässlicher und vernünftiger Mensch, pries Weißrusslands Präsident Alexander
Lukaschenko nach seiner Ankunft in Teheran zu Wochenbeginn seinen iranischen
Amtskollegen: „Man kann über ihn nichts Schlechtes sagen.“ Für die Lobeshymne
revanchierte sich der Gastgeber nicht minder zuvorkommend: Weißrussland sei ein
„unabhängiges Land“, dessen Präsident sich stets „weise und ernsthaft“ zu äußern
pflege: „Unsere Ansichten zum Weltgeschehen liegen sehr nahe beieinander.“
Nach Westen hin vollkommen isoliert, sucht Weißrusslands autoritär regierender
Staatschef seit einigen Monaten verstärkt nach neuen Partnern außerhalb Europas.
Bereits bei der Konferenz der „Nichtpakt-Länder“, zu denen sich Weißrussland als
einziges europäisches Land rechnet, gab Lukaschenko im September in Kuba zu
verstehen, er wolle sich künftig als einer der Hauptideologen der Bewegung
profilieren. Dabei treiben ihn weniger politische als wirtschaftliche Gründe:
Lukaschenko will Europas letzte Planwirtschaft unabhängiger von russischen
Energielieferungen machen.
Bislang muss Minsk dem Bruderstaat für ein Barrel Rohöl etwa die Hälfte des
Weltmarktpreises bezahlen, für Erdgas sogar weniger als ein Viertel. Dank der
Billigimporte sind die weißrussischen Raffinerien zum größten Devisenbringer des
Landes geworden: Für fast das Doppelte des Bezugspreises verkauft Minsk
verarbeitetes Rohöl aus Russland in den Westen. Doch der mehrheitlich in
russischem Staatsbesitz befindliche Monopolkonzern Gasprom will im kommenden
Jahr seine Lieferungen von 50 auf 140 Dollar pro 1000 Kubikmeter Erdgas
verteuern – um eine Beteiligung an der weißrussischen Pipelinegesellschaft
Beltransgas zu erzwingen. Denn ein Fünftel der russischen Erdgasexporte nach
Europa läuft bislang über Weißrussland.
Um neue Energiequellen zu erschließen, sucht Lukaschenko nun den verstärkten
Kontakt zu Staaten wie Venezuela oder Iran. Auf eine Milliarde Dollar soll sich
beispielsweise der Handel Weißrusslands mit Teheran im nächsten Jahr
verdreißigfachen. Außer warmen Worten und robusten Traktoren hat der Autokrat
den neuen Partnern seiner antiamerikanischen „Achse“ vor allem den Zugang zu
Erzeugnissen der russischen Rüstungsindustrie zu bieten. So soll Teheran vor
allem an russischen Raketen zur Abwehr möglicher Angriffe der USA oder Israel
interessiert sein.