Vereinigung der Iranischen(Konstitutionalisten) Monarchisten

www.setad.org  0043(0)69918448501

Mantareh Sepid ( Fr.) 29.Farwardin 2565 ,18April 2006

 

Iran - Zeit für die Trumpfkarte

 

Es vergeht kaum mehr ein Tag, ohne dass Iran den Westen im Streit um sein Atomprogramm provoziert. En passant ließ Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad jetzt fallen, sein Land arbeite an einer so genannten P-2-Zentrifuge, mit der Uran leichter und besser angereichert werden kann.

Erst in der vergangenen Woche hatte Ahmadinedschad mit der geglückten Urananreicherung selbst geprahlt. Die neue Nachricht ist nicht nur beunruhigend, weil Iran noch rascher an Atomwaffen gelangen könnte als gedacht. Sie belegt ganz nebenbei, wie angebracht das tiefe Misstrauen ist, das die USA und Europa dem Teheraner Regime entgegenbringen: Vor drei Jahren noch hatte es behauptet, keine P-2-Zentrifugen zu wollen.

Mit Ahmadinedschads Volte werden seine Beteuerungen, er strebe allein nach einer friedlichen Nutzung der Atomkraft, noch unglaubwürdiger. Immer glaubhafter wird dagegen das Szenario, wonach es mit Iran bald eine neue, eine radikalislamische Atommacht geben wird - wenn die Amerikaner dies nicht verhindern.

Die große Frage, die sich der US-Regierung nun stellt, lautet: Gibt es außer einem Militärschlag gegen iranische Nuklearanlagen - der sich offenbar in einem recht konkreten Planungsstadium befindet - einen besseren und weniger riskanten Weg, eine Atommacht Iran zu verhindern?

Nachdem die Diplomatie der Europäer gescheitert und der Uno-Sicherheitsrat blockiert ist, haben die Amerikaner nur eine Möglichkeit, eine Antwort auf die Frage zu finden: Sie müssen - wie von einigen US-Senatoren gefordert - direkt mit Iran verhandeln, zu welchen Bedingungen es zur Aufgabe seines Atommachtstrebens bereit wäre. Die Europäer wiederum sollten den USA deutlich machen, dass es im Sinne eines guten transatlantischen Verhältnisses wäre, diesen vielleicht letzten diplomatischen Trumpf zu spielen.

Das erfordert Überwindung von der US-Regierung, die keine offiziellen Kontakte zu Teheran unterhält. Es erfordert die Bereitschaft, Zugeständnisse zu machen, zum Beispiel in Form von Sicherheitsgarantien.

Zwar bedeutet eine solche Strategie eine Aufwertung der iranischen Führung. Sie bietet aber die Chance, die Front des Patriotismus zu brechen, die Ahmadinedschad in seinem Land aufbauen konnte, indem er das Atomprogramm zur Frage des Nationalstolzes stilisierte. Würde plötzlich über jene Frage verhandelt, würde auch der Rückhalt der Regierung im Volk bröckeln.

Allzu große Hoffnungen darf man auf diesen Trumpf nicht setzen. Das bisherige Verhalten der iranischen Fundamentalisten lässt vermuten, dass sie das Risiko eines Militärschlags in Kauf nehmen. Aber die Karte ausspielen, nichts unversucht lassen, das sollten die USA schon.