NOROZ

Von Mandana Keclik

Durch die schlechten Bedingungen, die vorherrschten, begann vor etwa 15.000 Jahren die größte Völkerwanderung des arischen Volkes. Sie ging vom Süden Sibiriens aus und dauerte ca. 10.000 Jahre bis sie auf dem Hochland des heutigen Irans endete.

Am Anfang waren die Arier Viehzüchter, doch während dieser langen Wanderung erlernten sie auch die Landwirtschaft. So steht es im Avesta, dem heiligen Buch der Zarathustraner und Ferdosy dem Großen. Ferdosy war mit Sicherheit der wichtigste Dichter der Perser. Er gilt auch als der Retter der persischen Sprache und Nation.

In diesen 10.000 Jahren stößt man immer wieder auf den Namen Djamchid-Shah. Er  wurde als ein gerechter, kluger Herrscher beschrieben, der ebenso ein Wissenschafter gewesen sein soll. Djamchid-Shah wurde als Held verehrt.

Er entdeckte, dass sich die Erde um sich selbst dreht und gleichzeitig auch um die Sonne. Er berechnete die Zeit, die sie dazu braucht und kam auf 365 Tage und einige Stunden. Dabei erkannte er, dass die Erde in dieser Zeit 2 Mal die gleiche Position durchlief. An diesen 2 Tagen waren Tag und Nacht gleichlang. So konnte er das Jahr in 2 Teile teilen und entwickelte den Kalender. Er beobachtete, dass beim ersten Mal die Natur aus seinem Winterschlaf erwacht und sich erneuert und daher setzte er hier den Anfang – den Noroz. Er sagte, dass die Menschen in dieser Zeit das größte Fest feiern sollten. Er sagte, die Natur erneuert sich, also sollten das auch die Menschen tun. Alles Schlechte sollte man hinter sich lassen und mit Hoffnung in die Zukunft gehen, Freundschaften sollten gefestigt werden, an Stelle von Sorgen sollten Freude und Lachen treten.

In den ersten 7 Tagen des ersten Monats im Jahr hat das Arische Volk besondere Zeremonien.

Es wurde auf einem ausgebreiteten, weißen Tuch 7 Dingen auf persisch „Tschin“ – aufgestellt, nämlich:

1.      Feuer in Form von Kerzen (Atasch)          stand für Helligkeit, Reinheit

2.      Wein (Schah-Ab – Scharab)                       stand für Entwicklung

3.      Spiegel (Ajne)                                              stand für Einfachheit

4.      Keimling (Sabseh) aus Getreide                stand für Wachstum

5.      Fisch (Mahi oder Samak)                stand für Leben, Bewegung

6.      Honig (Schahd)                                            stand für Arbeit, süßes Leben

7.      Ei (Tochm)                                       stand für Nachkommen, Kinder

Sie feierten die ersten 6 Tage und am 7 Tag wurde das Tuch entfernt. Man ging hinaus in die Natur und die Keimlinge wurden auf den Wiesen verteilt in der Hoffnung auf bessere Zeiten und besserer Ernte.

Die Arier waren Naturmenschen daher sind alle ihre Feste fest mit der Natur verbunden.

Durch die jahrelange Besetzung Irans durch die Araber wurden diese Symbole sehr verändert. Da die Araber den Buchstaben „Tsche“ nicht kannten, wurde aus den 7 „Tsche“ zuerst 7 „Sche“ um bald darauf zu den 7 „Sin“ sprich „S“ verändert zu werden. Somit heißen die 7 Symbole bis zum heutigen Tag:

1.      Sekeh bedeutet Münze                              steht für Reichtum

2.      Sabseh Keimlinge aus Linsen/Weizen                steht für Wachstum

3.      Serke bedeutet Essig                                             steht für Umwandlung

4.      Somag ist ein Gewürz                                           steht für Abwechslung im Leben

5.      Samanu wird aus Weizenkeimlinge hergestellt steht für das Süsse

6.      Sir bedeutet Knoblauch                             steht für langes Leben

7.      Sonbol übersetzt Hyazinte                                    steht für Natur und Liebe

Pajande Iran!