ÈÓی ÑäÌ ÈÑÏã ÏÑ Çیä ÓÇá Óی    ÚÌã ÒäÏå ˜ÑÏã ÈÏیä ÇÑÓی

Während dreißig Jähriger Quälerei die ich

über mich ergehen lassen musste,  habe

ich mit meinem Farsi die Iranische Nationaus den Ruinen wieder aufgebaut.

 

Im Name Ahuramazda

Gott der Gute

Großem Gott von Iran

Vor Wort und kürze Erläuterung

Die schönsten Sagen aus dem Königsbuch

(Schahnameh)

Ferdosi

 

 

 

 

In Namen unserer Väter und im Name des großen Dichters

(der große Lehrer und Vater der heutigen iranischen Sprache genannt Farsi)

Er hat nicht nur mit seinem Buch, die Geschichte unserer Väter, die in Vergessenheit geraten war, wieder entdeckt und somit unser Stolz wieder hergestellt, sondern uns eine eigene Sprache wiedergegeben.  Dreihundert Jahre nach Mohammed herrschten die Araber über unser Land, das sie durch Gewalt erlangt hatten. Ferdosi entwickelte eine neue Sprache, die er von der alten Farsi-Sprache abgeleitet hatte und setzte der arabischen Sprache hiermit ein Ende.

 

Ferdosi wurde im zweiten Jahrzehnt des vierten Jahrhunderts nach der gewaltsamen Invasion des Islams durch Omar, der zweite Kalif nach Mohammad im Iran, in einer Bauernfamilie in einem Dorf namens Paj/Yas/Bas/Fas in der Gemeinde Tayaran/Tabran in der Ortschaft Tabs im Bundesland Maschah  geboren.

 

In seinen Gedichten erzählt er über die alte arisch-iranische Geschichte.

   

 

______  Arischevolkswanderung

Weg

Ca.10 000 Jahre vorher lebte ein Naturvolk im Süden Sibiriens. Sie nannten sich das Volk der Adria (Natur Menschen).

Diese Menschen lebten im Einklang mit der Natur und erhielten sie in ihrer ursprünglichen Form. Die Natur war der Geist und die Seele dieser Menschen.

Sie lebten von Viehzucht. Doch durch eine klimatische Veränderung waren sie gezwungen ihr Land zu verlassen. Sie wandern nach Süden in wärmere Gebiete. Dies führte zur ersten größten Völkerwanderung der Geschichte.

 

 

 

 

 

Djamchid Shah, ein kluger und gebildeter Mensch war der Anführer dieser Menschen.

Er lehrte sie richtig mit der Natur umzugehen und alles was man zum überleben brachte. Unter seiner Führung zog das arische Volk in den Süden. Der Weg führte von Südsibirien über Indien immer tiefer in den Westen. Das arische Volk ließ sich zwischen Indien und dem Hochland??? bis zu der größten Wüste des westlichen Asiens nieder.

Die Arier gingen gute Beziehungen mit den Ureinwohnern der Gebiete ein und verschmolzen mit diesen. Von da an wurde das Land „Iran“ (wörtliche Übersetzung „Das Land der Arier – Vielvölkerstaat) genannt und die Menschen wurden „Iraner“ genannt. 

       

 

 

Ferdosi erzählt:

 

Es geschah zu einer Zeit, als die Menschen Untertanen des großen König Djamchid-Schahs waren. Djamchid-Schah hatte den Menschen viel Gutes getan und vieles beigebracht, jedoch einen Fehler begangen. Er ließ die Menschen glauben, er wäre eine Gottheit.

Die Menschen vergaßen all das Gute, dass sie durch Djamchid-Shah erlernt und bekommen hatten.

Es regierte ein starker Mann in der Wüste auf der Halbinsel Arabiens mit dem Namen Mardas. Er hatte einen gierigen Sohn namens Sahak. Dieser wollte sehr schnell an die Macht kommen, daher verkaufte er seine Seele an Ahriman (Teufel). So bekam das Böse in Gestallt von Ahriman Gewalt über Sahaks Geist und Herz. Sahaks Wunsch über Iran zu herrschen wurde gewährt. Er tötete sein eigenen Vater und mit Ahriman an der Seite konnte er das Land Iran aus den Händen Djamchid-Shahs reißen. Im Gegenzug verlangte Ahiman nicht nur, dass er seinen Geist sondern auch die Schulter küsste

Nachdem Ahriman seine Schulter geküsst hatte, wuchsen ihm Schlangen aus seiner Schulter. Ahriman herrschte nun mit seiner gesamten Macht über Zahaks Geist und Zahak regierte über das mächtige Land Iran.

Den Menschen erschien es, als ob er aus der Finsternis aufgestiegen wäre. Dadurch verdarben Sonne und Mond und tödlich wurde die Zeit für die Iraner.

Die Schlangen ernährten sich nur von Menschenhirn.

Zahak müsste für die Schlangen, die auf seine Schulter gewachsen waren, jeden Tag zwei prächtige Söhne des Volkes opfern und aus den Hirnen Speisen für die Schlangen machen lassen, bis die Schlangen ihm in Ruhe ließen.         

 

 

 

Feridun liegt den schlangenschultrigen Sahak in Ketten  und verbannte ihm auf den Damavan, der höchste Berg Irans.

  

Vor langer Zeit lebte auf dem Hochland zwischen Indien und der großen Wüste der westlichen Seite Asiens ein Volk, das sich Iraner nannte.

Über ihm lag der wolkenlose Himmel und die Sonne brannte auf das Volk herunter. Die Sterne am Nachthimmel leuchteten wie Milliarden Sardinen im Meer unter dem Sonnenschein und der Mond schien weiß und hell und größer als die alte Heimat am Berg.

Es ist nicht verwunderlich, dass die Frauen und Männer, Alt wie Jung glaubten, dass das Feuer und  das Licht der Ursprung allen Gutes auf der Welt wäre.

Sie glaubten an das Guten, das von Gott kam und das Böse von Ahriman. Sie glaubten an drei Dinge, die die Menschen befolgen mussten:

Tue Gutes!

Denke Gutes!

Rede Gutes!

I

Im Norden hingegen, tief unter ihnen, lag das wenig freundliche Steppenland Turans, durchzogen von Nebel und Wolken. Die Menschen des Lichts trauten sich nicht in die unwirtliche Tiefe zu schauen.

Unheilvolles fürchtete man dort, und von Geschlecht zu Geschlecht, hinweg über die Jahrtausende wurden wunderliche Geschichten über Ahriman erzählt, dem mächtigen Herrscher der Finsternis, und seine Helfer, die Unheil bringenden Dewey. Und wie noch heute Gutes und Böses einander bekämpfen, Vernunft und Unvernunft, so bekämpften auch die Iraner den feindlichen Turanern und die Turaner die Iraner. 

Es geschah, dass die Menschen dieser Zeit alles Gute vergaßen und die Bosheit in Gestalt von Ahriman die Gelegenheit bekam, sein Werken zu zeigen und Unheil über die Menschen im Iran zu bringen.

Ahriman  half  einem bösen Menschen aus der Wüste Arabien über die guten Menschen, die nun besessen waren zu regieren. Sein Name war Zahak.

Dem Menschen im Land schien es, als ob er aus der tiefsten Finsternis aufgestiegen wäre, die Sonne und Mond und das Gute, dass die Mensche vorher gehabt hatten, verdorben hätte.

Sahak lebte als Jüngling in der Wüste. Er war der Sohn eines mächtiger Heerschers, der die halbwilden Araber regierte.

Da er sehr machtgierig  war und nicht auf den Tod des Vaters warten wollte, ließ er seinen Vater ermorden, um schneller zu Reichtum und Macht zu gelangen. So regierte er schon früh ein Fürstentum.

Dies war ihm jedoch nicht genug. Er wollte die ganze Welt regieren.

Ahriman nutzte die Gegebenheit aus, dass die Iraner die guten Taten ihres Schahs vergessen hatten und flüsterte Zahak seinen Willen ins Ohr bis es zu der Vereinigung Zahaks und Ahrimans kam.

Ahriman erkannte, dass das Herz Zahaks nicht böse genug war und seine Klugheit nicht ganz ausreichte und er fand heraus, dass Zahak könnte Geistesgestört war.

Daher Ahriman verwandelte sich in einen Küchenmeister und kam an Zahaks Hof, um ihn in seinen Bann zu ziehen.

Da er sehr machtgierig  war und nicht auf den Tod des Vaters warten wollte, ließ er seinen Vater ermorden, um schneller zu Reichtum und Macht zu gelangen. So regierte er schon früh ein Fürstentum.

Dies war ihm jedoch nicht genug. Er wollte die ganze Welt regieren.

Ahriman nutzte die Gegebenheit aus, dass die Iraner die guten Taten ihres Schahs vergessen hatten und flüsterte Zahak seinen Willen ins Ohr bis es zu der Vereinigung Zahaks und Ahrimans kam.

Ahriman erkannte, dass das Herz Zahaks nicht böse genug war und seine Klugheit nicht ganz ausreichte und er fand heraus, dass Zahak könnte Geistesgestört war.

Daher Ahriman verwandelte sich in einen Küchenmeister und kam an Zahaks Hof, um ihn in seinen Bann zu ziehen.

 

Ahriman töte Vögel, Schafe, Ziegen und gab verschiedene Gewürze dazu. Er vermengte alles mit dem Blut von den getöteten Löwen und schlug Eigelb

hinein. Der Duft der Speisen ließ Zahak ungeduldig werden.

 

Ahriman reichte ihm die duftenden Speisen in goldene Teller und die Sausen in silberne Schalen. Ahriman bereitete ihm niemals dasselbe Essen zu. Mal war es ein Rebhuhn oder ein Silberfassahn, mal Huhn oder Lahm, mal das Schulterstück eines Kalbes und immer gehörte der köstlichste Wein dazu.

Nachdem Zahak durch das  gute Essen verwöhnt worden war und berauscht vom Wein war, gewährte ihm sein Koch einen Wunsch. Der Koch wünschte sich nur, die nackte Schulter seiner Hoheit zu küssen. Die Erlaubnis wurde ihm erteilt und als er es getan hatte, verschwand er so  plötzlich wie er gekommen war.

Ahriman reichte ihm die duftenden Speisen in goldene Teller und die Sausen in silberne Schalen. Ahriman bereitete ihm niemals dasselbe Essen zu. Mal war es ein Rebhuhn oder ein Silberfassahn, mal Huhn oder Lahm, mal das Schulterstück eines Kalbes und immer gehörte der köstlichste Wein dazu.

Nachdem Zahak durch das  gute Essen verwöhnt worden war und berauscht vom Wein war, gewährte ihm sein Koch einen Wunsch. Der Koch wünschte sich nur, die nackte Schulter seiner Hoheit zu küssen. Die Erlaubnis wurde ihm erteilt und als er es getan hatte, verschwand er so  plötzlich wie er gekommen war.

Als er vor Zahak stand, sagte er: „ ** O** großer König, Erhabener alle Erhabener, die Schlangen können deinen Kopf zerplatzen lassen, weil sie sich von Menschenhirn ernähren. Hier ist mein Rat: Gib den Schlangen Menschenhirn  zum fressen. Es gelüstet sie danach. Wenn die satt sind, werden sie dir nicht mehr Qual bereiten.“

Die Menschen um Zahak besonders der Mobedan (Vorstand alle Priester) schüttelten die Köpfe und sagten, das wäre keine Lösung. Aber im selben Augenblicklich  befahl Zahak das Hirn zweier junger Männer zu bringen. Niemand wagte mehr einen Widerspruch.

So war die Zeit vorbei, als die Iraner noch glücklich waren.

Damals regierte ein kluger Herrscher Djamchid-Schah das Land, der das Volk die Kunst des Schreiben, die Kunst des Gesanges beigebraucht hatte, aus Steinen Feuer machte, den Leute weben lehrte. Doch nun litten sie unter der Tyrannei von Zahak.

In dieser Zeit geschahen merkwürdige Dinge. Die Weisen waren dem Toren  Untertanen und Rechtes geschah dem Unrecht.

Nur im Verborgenen raunten die Guten von Guten, die Gerechten von der Gerechtigkeit.

 

In schweren Zeiten gibt es jedoch immer wieder Menschen, die mutig genug sind, um zu protestieren. So auch hier. Männer, die das Hirn von Tieren dem Fraß beimengten, um einigen jungen Männern das Leben zu retten. Sie versuchten dem Volk Hoffnung zu geben, da bereits kaum noch junge Männer lebten.

Eines Nachts hatte Zahak einen Albtraum, der ihn zutiefst erschrecken ließ.

Er sah in seinem Traum drei Helden aus dem Geschlecht der königlichen Familie des Djamchid-Schah, die in seinem Palast eindrangen. Der Jüngste von ihnen kam mit einer schwankenden Stierkeule herbei und schlug sie auf sein Haupt.

Er fesselte ihn mit einer Schnur aus Rinderleder und zwängte seinen Hals durch ein hölzernes Brett. So gefesselt schleifte er ihm durch die Gassen, durch den Bazar und das Volk beschmiss ihn mit Staub und Dreck. Der Junge brachte ihn bis zur Bergspitze des Berges Damawand.

Dort  wollte er ihm das Herz aus der Brust herausrissen. Zahak schrie so sehr, dass die Wände in seinem Palast in Bewegung gerieten.

 

Zahak in seiner Furcht wusste nicht, was er tun soll. Er ließ alle Weisen und Kenner der Sterne zu sich kommen, dass sie diesen furchtbaren Traum deuteten.

Er rief: „Wehe, wenn jemandem weiß und mir nicht direkt sagt, ob mein Leben in Gefahr ist oder nicht.“

Die Alten, Weisen und Sternkundigen erbleichten vor Schreck, trotzdem wer hatte den Mut dazu gehabt diesem Traum einen Sinn zu geben und die Wahrheit offen mitzuteilen.

Zahak gab ihnen vier Tage Bedenkzeit. Nach Ablauf der Frist rief er den Mobedan zu sich und sagte, die Zeit sei vorbei. Er wollte die Bedeutung seines Traumes nun wiesen.

Mobedan trat mit zittrigen Knien vor, aber er brauchte nicht den Mut auf zu sagen, dass alles verloren war. Zahak schäumte vor Wut und wollte Mobedan sofort dem Henker übergeben, doch trat einer vor und sprach:

Mein gnädiger Gebieter,  jeder Mensch ist bei seiner Geburt dem Tode geweiht. Viele Herrscher kamen und gingen.  Du glaubst, du bist wie eine Wand, aber die Zeit ist immer stärker. Öffne deine Herz und mach es frei von allen Sorgen und lass sie vom Wind davontragen.

Du wirst stürzen, wie alle andren vor dir. Du wirst gezwungen dein Thron zu verlassen dieser wird dir geraubt werden.

Mobedan trat mit zittrigen Knien vor, aber er brauchte nicht den Mut auf zu sagen, dass alles verloren war. Zahak schäumte vor Wut und wollte Mobedan sofort dem Henker übergeben, doch trat einer vor und sprach:

Mein gnädiger Gebieter,  jeder Mensch ist bei seiner Geburt dem Tode geweiht. Viele Herrscher kamen und gingen.  Du glaubst, du bist wie eine Wand, aber die Zeit ist immer stärker. Öffne deine Herz und mach es frei von allen Sorgen und lass sie vom Wind davontragen.

Du wirst stürzen, wie alle andren vor dir. Du wirst gezwungen dein Thron zu verlassen dieser wird dir geraubt werden.

Es verging einige Zeit.

Das damalige Iran bestand aus sieben Provinzen.

In einem dieser Provinzen lebte ein Mann mit Namen Abtin. Er stammte vom Geschlecht des Djamchid-Shahs dem großen König, der viel für sein Volk getan hatte, ab. Abtin war sehr stark und gerecht, aber er war ein Mann mit vielen Sorgen. Dabei ging es nicht um ihn selbst sondern um sein Volk.

Er sah jeden Tag, wie die jungen Männer Ihre Leben für den schlangenschulterigen Zahak hergeben mussten. Das erzürnte ihn immer wieder aufs Neue. Er war sehr bekümmert und wünschte sich einen Menschen, mitdem er sein Kummer teilen konnte. Aber er war allein. Er tat alles, um den Menschen zu helfen, doch konnte er nur wenigen helfen.

So nahm er sich eine Frau und entsagte jeglichem Ruhm auf der Welt und zog sich mit ihr in die Einsamkeit einer Höhle auf einem hohen Berg zurück. Die Winter waren nicht kalt und die Sommer waren nicht warm in dieser Höhe.

An diesem Ort wurde Feridun geboren.

Er war ein Kind von besonderer Schönheit. Wer ihn sah, erfreute sich an seinem Wuchs. Er hatte Augen wie Feuer. Man konnte seinem Blick nicht standhalten. Seine helle Gesichthaut, die durch Sonne gebräunt war glänzende wie geschmolzen Kupfer. Kurz gesagt, der Knabe war von so außergewöhnlichem Verhalten, dass man ihn sehr leicht von anderen Kindern unterscheiden konnte.

Es dauerte nicht lange bis die Geschichte von dem Knaben mit dem Namen Feridun Zahak zu Ohren kam.

Natürlich wurde Abin gewarnt. Er wusste, dass seine Familie in großer Gefahr schwebte, daher versteckte er seine Frau und seinen Sohn. Jedoch fanden Zahaks Soldaten den guten Mann und erschlugen. Seine Frau flüchtete mit Feridun tiefer in die Berge. Sie liefen solange bis ihre Füße wund waren und durstig und hungrig an eine Wiese kamen, auf der viele Kühe weideten.

Die Kühe und die Weide gehörten einem gutgläubigen Mann namens Birmaj. Er hatte unter seinen Rinden ein wohlgenährtes Rind, das mehr als alle anderen Milch gab.

Der Hirt (der gute Mann) sprach zur Frau: „Lass das Kind, welches dir anvertraut ist, von der Milch dieses Rindes trinken.“ Feriduns Mutter fragte, ob er denn Geld forderte, da sie ihm keines geben könnte. Sie hatte ja nichts außer ihr Leben, welches sie ihm anbot. Sie klagte laut, und heulte vor Schmerzen, die ihr beigefügt worden waren und ihre Tränen rannen ihr über das ganze Gesicht. 

Aber der Hirt sagte: „Nein, meine Liebe. Ich nehme ihn als meinen eigenen Sohn an und gebe ihm alles, was ich habe.“

So gedieh der Knabe von der gesunden Milch des schönen und kräftigen Tieres heran. Feridun wuchs mit den Tieren auf und spielte mit den Fischen im Fluss und mit den Falken auf der Weide und mit den Vögeln in den Bäumen.

Zahak jagte noch immer seine Häscher weiter durch das Land, ließ strafen verhängten und töte die Leute, die in Verdacht standen, dass sie Abins Familie geholfen hatten.

So vergingen drei volle Jahre da Zahaks Leute Feridun und seiner Mutter nachstellten.

Eines Tages hörte die Mutter, dass Zahaks Männer bald in das Gebiet, wo ihr Kind aufwuchs, vordringen würden.

Die Mutter des Feridun lief zur Weide und sagte dem Hirten, dass es nicht mehr sicher wäre und sie müsste sich eine andere Unterkunft suchen. Sie sagte dem Kind, der die Kuh hütete, dass Zahaks Leute bald kommen würden um sie zu jagen.

„Ich will meinem Sohn nehmen und in die weite Welt ziehen, wo er sicher sein kann, in weitem Hindukosch in Alborsgebirge, wo ich sicher bin, das meinem Sohn nichts passieren kann.“

Die ängstliche Mutter  nahm das Kind wie ein Tiger und eilte die in das ferne Land Hindukosch und kletterte die Felsen des Berges wie ein Gams.

Das Alborsgebirge ist ein heiliges Land. Der Gipfel des Albors kennt keine Kälte und kein Wind und noch kein Hitze  und keine Fäulnis. Todesfurcht und jedes Übel Sache, sogar der Ahriman mit seine gewaltig Kräfte bleibet am Fuß diese Gebirgen liegen und stehen. Sogar das Ahriman darf sich nicht auf ihm erheben.

Wer am Gipfel dieses Berges lebt, lebt nur in Frieden und Glück und Gesundheit.

So ereichte die mutige Frau mit ihrem Sohn endlich den Gipfel des Bergs Albors.

Zahak war sehr fröhlich, da er glaubte, endlich sein Ziel erreicht zu haben, nämlich Feridun in seine Gewallt zu wissen. Er wollte nur eins: das Gehirn dieses Jungen seinen Schlangen zum fressen zu geben, wie er es mit so vielen Iranern vor ihm bereits getan hatte. Dann wäre er befreit von jenem schrecklichen Traum.

Aber zu seinem Pech kam sein Jäger einen Tag zu spät zu jener Weide, wo Feridun mit seine Mutter gelebt hatte. Man hatte Zahak von der Freundschaft zwischen der Kuh und dem Kind berichtet und von dem Hirten, der Feridun als Sohn aufgenommen und ihm und seiner Mutter zur Flucht geholfen hatte.

Zahak geriet außer sich vor Wut und ließ auf der Stelle das Tier und den Hirten töten.

Es vergingen sechzehn Jahre. Feridun war zu einem jungen, stark Mann herangewachsen. Eines Tages wollte er von seiner Mutter wissen von welchem Stamm er abstammte und wer sein Vater war.

Seine Mutter versuchte zu schweigen, weil Sie Angst um das Leben ihres Jünglings hatte. Aber Feridun ließ  nicht locker und fragte immer wieder bis die Mutter keinen Ausweg mehr wusste als ihm zu erzählen, dass er der Sohn des großen Abtin wäre,  der durch Zahak ermordet worden war, dass er vom königlichen Geschlecht der Kayanidien abstammte. Sie erzählte ihm  auch von der Tötung der Kuh Birmaj durch Zahak. Sie sagte, er sei nur auf diesem Berg sicher und nur das Alborz Gebirge gewährte ihm Schutz gegen den Zorn und die Grausamkeit Zahaks.

Feridun hörte genau zu. Nichts entging seinem Gedächtnis. Kaum war Sie mit Ihrer Erzählung fertig, sprang Feridun von seinem Platz zornig auf und rief: „Ich gehe zum Zahak und werde ihn und seinen Palast in Asche legen!“ 

 

 

 

So sehr ihn Ferieduns Mutter auch anflehte, dass er bei ihr bleiben sollte, er wäre doch kein Krieger, Zahak hingegen hätte ein mächtiges Heer, hörte der Jüngling nicht auf sie.

Dieser war wie ein Löwe, der von Gefahren niemals Angst hatte und niemals sich in seiner Höhle verstecken würde. Die Geschichte seines Vaters, die gute Kuh und der Hirte versetzten ihn in noch größerer Wut.

Die Mutter nahm ihren zornigen Sohn in die Arme, küsste ihn und sagte:

Der Wein der Jungend berauscht dich. Du weißt nicht, was für ein Schicksal vor dir liegt, weil nur die Rache dein Herz führt. Sie macht deine Augen blind. Du kennst nicht die Gefahren der Welt.

Sie sagte noch die Rache trüge einen sehr schönen Schein. Er möge nie in sie blicken, sonst erblickte er eine Hölle und ohne dass er wüsste, ginge er hin. „Pass auf, dass du dich nicht verirrst!“  - „Warum hörst du nicht auf mich, deine Mutter und mein Rat? Ich, die Mutter, die jahrelang dich betreut und gepflegt hat und den einzigen Schatz, den sie auf dieser Welt hat, nicht verlieren möchte.“

Als Feriedun den Alborskoh (Alborsgebirge) herunterstieg, weinte seine Mutter bitter.

In der Zwischenzeit suchte und forschte Zahak immer noch nach Feriedun – im Schnee der Berge und in der Glut der Wüste und auf jeder Insel in Wasser.

Es verging keine Minute, keine Stunde und Tag ob im Schlaf oder im Wachen, dass der Verrücktgewordene Zahak nicht den Namen des Jünglings rief.

Jeder Tag, der verging, ließ seine Angst größer werden. Er trank immer mehr. Er setzte täglich ein noch viel hören Finderlohn aus. Er verstärkte die Wachposten. Doch nichts half.

Eines Tages dann hatte er plötzlich einen Gedanken.

Am nächsten Tag kam er in den Hof und befahl, man solle ihm den größten und stärkten Befehlshaber aus dem weiten Land bringen. Dann ging er zurück in seinen Palast, setzte sich auf den Elfenbeinthron, schmückte sich mit seiner Korne aus kostbarstem Türkis und sprach:

„Ich muss erkennen, dass meine Mobedan Dummköpfe und meine Häscher blind sind. Ich muss mich um die vielen Krieger, die sich um mich gescharrt haben, kümmern, aber dennoch zittere ich vor aller Welt.

Ich will Menschen um mich, die sich mit Dämonen, Ziegen oder Wölfen gepaart haben. Geht hin und treibt dieses Werk voran!

Ihr sollt auf jedem Platz verkünden, dass jeder, der ein Dorf oder eine Stadt betritt oder verlässt, sich melden muss. Ich bin euer Schah und daher habe ich nichts anderes im Sinn als das Wohl meines Volkes.

Ich will die Wahrheit, das Recht und die Liebe zum einfachen Mann tragen. Und jeder weiß, dass ich Lügen von Wahrheit, ungehorsam von gehorsam erkenne, denn niemand ist weiser als ich, der allgewaltige Herrscher.“

Wohl fanden alle Fürsten diesen Befehl verwerflich, jedoch mussten sie einwilligen. Einige taten es aus Furcht, andere wiederum aus Gleichgültigkeit und wieder andere glaubten, dass dieser Befehl Zahaks Sturz bedeuten würde.

Da plötzlich erhob sich im Hof ein lautes Geschrei. Ein Mann rief um Gnade und um Recht. Als die Diener des Zahak ihn fortjagen wollten, ließ er sich niederfallen.

Zahak war sehr bestürzt und zornig befahl er den törichten Mann vor seinem Thron zu entfernen. Da kam ihm plötzlich ihn ein Gedanke. Das war die beste Gelegenheit seine Gerechtigkeit zur Schau zu stellen.

Zahak rief erzürnt vor so viel Frechheit und gleichzeitig verwundert von seiner Unerschrockenheit: „Er soll seine Klage vorbringen!“

Der Mann fiel auf die Knie und kreuzte die Hände vor dem Gesicht.

„O, Herr“, rief er, „Großer Schah! Allmächtiger Fürst! Ich bin Kawe, der Schmied, und schreie nach Gerechtigkeit. Der liebe Gott hat mir siebzehn Söhne geschenkt, sechzehnen davon hast du von meinem Haus schleppen lassen, um mit ihrem Hirn den Hunger deiner Schlangen zu stillen. Jetzt wollen deine Soldaten meinen jüngsten und letzten Sohn mir wegnehmen.

Ich flehe dich an. Sag mir, was habe ich getan, oder was habe ich verbrochen, das du mir solche Wunde schlägst?

Wenn du geliebt werden willst, sollst du keine Schreck und Hass verbreiten.

Wenn du mächtig werden willst, brauchst du Freunde.

Wenn du der Wahrheit erreichen willst, müsstest du keine Lüge und Falschheit präsentieren.

O, hoher Schah. Mein Herz ist ohne Hoffnung, vom Kummer ausreichend gedrückt. Mein Gang ist zittrig von Leid.

O, Hoher Fürst. Jeder Qualle was beginnt hat doch einmal eine Mitte und Ende, oh große Herrscher kann ich vielleicht einen neuen Anfang von einer neuen Zeit sehen?

O, Herr, ich bin ein einfach Mann und war ich bereit, dir immer zu dienen, aber du hast meine Hoffnungen und mein Glaube gestohlen und besonders du hast meine Treue, die ich immer für meinem Fürst gehabt habe, genommen.

Ich verstehe nicht, wenn all das Reichtum dieses Landes dir gehört, warum sollen uns die Not und Verzweiflung gehören.“

Zahak dachte nach und war von dieser freimütigen Rede verblüfft. Jedoch sah er, dass dies die beste Gelegenheit wäre, um als gütiger Herrscher zu erscheinen und sprach zu Kawe, wenn er seine Unterschrift unter jenem Brief, den er ihm reichen ließ, setzte, bekäme er seinen Sohn zurück.

Als der Schmied das Schreiben gelesen hatte, wurde er wütend und schrei ohne jeglicher Furcht und schrie allen zu:

„Ihr seid bereits mit einem Fuß in der Hölle! Ich werde nie dieses Schreiben unterzeichnen und mich vor solch einem Herrscher beugen.“

Er sprang auf, zerriss das Blatt, und bevor Zahak etwas tun oder befehlen konnte, eilte er mit seinem Sohn aus dem Palast. 

In seiner Hand hielt er ein Lanzenrohr. An diesem war  ein Band aus Schurzfell gleich einer Fahne befestigt. Diese war die erste Fahne Irans, mit dem Namen „Darefsche Kawiani“, die durch die darauf folgenden Dynastien mit Juwelen und Gold bestückt wurde. Während der arabischen Invasion wurde die Fahne vernichtet und die kostbaren Teile verkauft.

 

 

An jedem Ort, an dem Kawe der Schmied erschien, versammelten sich viele Menschen um ihn.

Er rief ihnen zu: „Mag dieses Fell wertlos sein und unwürdig, aber es scheidet Zahak von Feriedun, die Finsternis vom Licht, die Qual von der der Freude.“

So wurde die Schar mutiger Männer und leidender Väter, die ihre Söhne, durch Zahak verloren hatten, die sich Kawe anschlossen, immer größer.

Mit diesen verließ der Schmied die Stadt, um nach Feriedun zu suchen.

Zuvor wurde Ferieduns Name nur leise gesprochen. Doch da das einfache Volk durch Kawe an Mut gewonnen hatte, rief das Volk immer lauter nach seinem Befreier.

Sie fanden ihn am Fuße des Alborsgebirges in einer Hütte. Die Männer verneigten sich vor ihm und hießen ihn ihren Herr.

Feridun umarmte den Schmied Kawe und küsste das Fell auf der Lanze. Er sagte: „Dies soll das Zeichen für die Vereinigung unseres Volkes sein. Das Zeichen von Brüderlichkeit, Glück und  Freiheit!“

Er umsäumte es mit seidenen Stoffen, beschmückte es mit Gold und Silber, knüpfte rote, gelbe, blaue und weiße Bänder daran und nannte das Schurzfell „Die Flagge des Kawe“.

Ab diesem Zeitpunkt wurde die Fahne für die Leidenden ein Symbol der Sonne und für die Mutlosen, der Stern.

Nun kamen die Menschen aus dem Norden, Süden, Osten, Westen des Reiches zu Feriedun (gleichbedeutend mit „Der Befreier“).

Nun lag nichts mehr im Weg und die Menschen waren nicht mehr zubremsen. Mit Feriedun an der Spitze und unter der Aufsicht von Kawe setzten sich die leidenden Menschen in Bewegung. Der Weg war lang, die Nächte kalt und die Tage heiß, aber alles hat seinen Preis und die Iraner gingen voller Hoffnung nach Bagdad.

Unterwegs schlossen sich immer mehr leidende Menschen Feridun an. Unweit von Bagdad erreichten sie den Fluss Tigris. Die Fährleute jedoch weigerten sich, das Heer passieren zu lassen, da sie den Zorn Zahaks fürchtetn.

Feriedun stürzte sich daraufhin mit seinem Pferd in den Fluss und schwamm ans andere Ufer. Die Menschen taten es ihm ohne zu zögern nach.

Schließlich erreichte Feriedun mit seinem Heer, welches  mittlerweile gewaltig gewachsen war, Jerusalem, wo Zahaks Palast, dessen Wände so hoch waren, dass sie bis zum Saturn reichten, war.

Als sie die gewaltige Burg erblickten, verloren sie die Hoffnung jemals die Mauern besetzen zu können, da sie glaubten, dass solche Wände und Türme nicht von Menschenhand erbaut worden waren.

Sie wollten sofort fliehen, aber Feriedun gab ihnen keine Zeit zum Nachdenken. Er sprang auf sein Pferd, nahm seine Keule, die er der Kuh Birmaj zum Dank mit einem Stierkopf verziert hatte, erhob sich, wendete den Kopf und stürmte mit lautem Gebrüll auf die Burg zu. Er stieß das Tor auf und tötete jeden, der sich ihm in den Weg stellte. So besetzte er die Burg und seine Krieger folgten ihm jubelnd.

Man glaubte, dass Zahak nun besiegt worden wäre. Dies war jedoch nicht so. Es brachen Unruhen in Hindustan und anderen Städten aus, da die Menschen glaubten, dass Feriedun in Jerusalem die Krone Zahaks trug und im Harem sich mit den Frauen vergnügte.

Zahak ließ in der Zwischenzeit eine neue Arme aufrüsten. Der Hass und die Eifersucht ließen ihn jegliche Angst vergessen.

Als der Tag kam, an dem Feriedun und Zahak auf einander trafen, bebte die Erde und verdunkelte sich die Sonne.

Niemand kann sagen wie lang der Krieg dauerte, wie viele Menschen erwürgt oder erstochen wurden. Manche gewannen durch ihren Mut, andere flüchteten aus Feigheit.

Es wird berichtet, dass Feriedun gewann.  Er fesselte Zahak und brachte ihn zum Berg „Damawand“. Er ließ ihn eine Felshöhle in den Berg meißeln und warf ihn hinein. Der Schmied Kawe verschloss den Eingang zur Höhle mit einem riesigen Stein.

Seit dem ging es den Iranern wieder gut.

Wer Feriedun begegnete, rief: „Du mögest jung bleiben, wie die Erde alt ist.“

Feriedun aber lebte nach dem Spruch der Weisen, dass Gold und ein hohes Schloss dem Herrschenden am Ende keinen Nutzen brächte, weil die Dinge hingehen, wie das Wasser im Fluss und sich in der Weite des Meeres verlieren.

Allein die Taten eines Menschen bleiben in Erinnerung.

Und jedes Volk verdient das, was er bekommt.

 

Erläuterung

 

Hier folgt eine genauere Erläuterung über das Leben der in der Schahname vorkommenden Hauptfiguren, da es scheint, dass unsere Kritiker mehr Information benötigen.

Die griechische Mythologie erzählt über vielfältige Gottesfiguren, die über alles und jeden auf der Erde herrschen.

Unsere Dichter und Philosophen wiederum erzählen von Menschen, die 500 bis 1000 Jahre lebten und meinten symbolisiert in den einzelnen Menschen eine ganze Dynastie.

 

 

Welche Bedeutung haben die Namen Feridun und Zahak

 

Das arische Volk besonders die Iraner nannten aufeinander folgende Herrscher, die in dergleichen Dynastie, die durch gute Taten auffielen, „Feriedun“. Herrscher, die besonders grausam waren und vorwiegend ausländische Eroberer waren, die Unterdrückung, Erniedrigung und Knechtschaft des Iranischen Volkes als politische Instrumente benutzten, nannte sie „Zahak“.

 

 

Die Bedeutung des Wortes „Alt“ in der Iranischen Kulturgeschichte

 

Wenn einer Dynastie zu Ende geht, wird das Volk schwächer und es kommt zu einem Zerfall des Reiches. Hier spricht man bei den Iranern vom „Alten“.

 Fünfhundert Jahr regierte Feridun im Arisch-Iranischen Reich, welches sich vom Norden Sibiriens bis zum heutigen Europa und vom Süden des Indischen Ozeans bis nach Afrika erstreckte.

In dieser Zeit gaben Gott und die Natur alles, was das arische Volk brauchte. Die Sonne schien mild über Iran, es regnete ausreichend, so dass man auch mit dem Wasser der Flüsse das Land reichlich bewässern konnte. Die landwirtschaftlichen Erträge waren gut. Die Vieherden wuchsen und wuchsen.

 Die Menschen kannten weder Kriege noch Not und Gewalt der Herrscherschicht. Das Leben im Iran hatte einen Sinn.

Die Tage vergingen, die Sonne stieg auf und sank wieder und die Jahre gingen ins Land. Dem Guten folgte das Böse.

In der Zwischenzeit  schenkte Gott Feridun drei Söhne. Jeder war ihm gleich Lieb, denn keiner der drei stand dem anderen an Stärke, Klugheit und Mut nach.

Feriedun war um das Glück seiner Söhne sehr besorg.

Die Zeit war gekommen da die Söhne Heiraten und Familien gründen sollten.

Er ließ in der ganzen Welt und im eigenen Land nach drei Schwestern suchen, die einander ähnlich waren und zu seinen Söhnen passen. Schah von Jemen hatte genau die drei Töchter, die an Seele, Güte und Leib genau das mitbrachten, was er erwartet hatte.

Am gleichen Tag heirateten die Söhne die drei Schwestern. Es war eine königliche Hochzeit. Die Iraner waren voller Freude und Hoffnung und feierten sieben Tage und sieben Nächte und tanzten zum Wohle der jungen Ehepaare.

 

Die Zeit drängte, da Feridun sich alte fühlte, das Haar weiß und sein Körper schwach wurde. Jeder sollte die richtige Aufgabe auf einem bestimmten Gebiet erhalten.

 

Daraufhin überlegte Feridun und verwandelte sich in einen Feuerspukenden Drachen und stellte sich dem ältesten Sohn in den Weg.

Als der Älteste das Feuerspuckende Ungeheuer auf sich zukommen sah, drehte sich um und rief: „Ein kluger Mensch lässt sich mit solch einem Drachen nicht ein!“ Er riss die Zügel seines Pferdes herum und floh.

 

Nun ging er zum zweiten Sohn. Dieser stürzte sich sogleich auf das Ungeheuer und hieb wild auf seinen Panzer ein.

 

Als letzter kam der jüngste Sohn dran.

In dem Augenblick als er den Drachen erblickte, zog er seinen Schwert und rief: „Wohlan! Willst du einen Kampf? Nun den sollst du auch haben!“

Feridun hörte das Schwingen der eisernen Keule um den Kopf, zusätzlich da zu spannte er den Bogen und gab seinem Pferd die Sporen gleichzeitig rief er: „Ich rate dir,  gib auf!“

Als Feridun Schah dies hörte, gab er sich seinen Söhnen zu erkennen.

Er wandte sich an seinen ältesten Sohn und sagte: „Es ist keine Schande in Gefahr zu fliehen, wo Klugheit Flucht gebietet. Von nun an will ich dich „Salm“ nennen.“

Er sprach zum Zweiten: „Du hast dich als kühn erwiesen. Es ist eine Tugend, Mut am rechten Ort zu zeigen. So will ich dich nun „Tur“ rufen.“

 

Dann ließ er den Jüngsten vor sich hintreten und sagte zu ihm: „Du hast mir meine eigene Jugend  vor Augen geführt, daher lob ich dich  besonders.

Mit Mut und Stärke wird ein Mann ein wahrhafter Herrscher. Du sollst „Iradj“ heißen.“

Nach dem Feridun die Qualitäten und die Toleranzgrenze seiner Söhne herausgefunden hatte, teilte er sein Reich unter ihnen auf.

 Feridun machte Salm zum Herrn über Rum und Chawer, dem Westen also. Tur bekam China und Turan (Matschen) und den Nordosten.

 

Feridun Schah vertraute seinem Jüngsten, den er Iradj nannte den Thron Irans an und gab ihm dazu das Wüstenland Arabien. Feridun sagte ihm: „Du bist was besonders und du hast gezeigt, dass du mehr Wert bist als deine Brüder.“  Er krönte ihn und  steckte den Siegelring an seinem Finger.

So küssten die großen Herrscher die Stufen des Throns, auf dem Iradj saß.

Dies war allen recht.

 

Feridun Schah ging zurück zum Berg Albors, wo er hergekommen war.

Salm und Tur zogen auf ihre Ländereien.

 

Es schien alles anfangs sehr gut gelaufen zu sein.

 

Es vergingen sehr gute Tage und Nächte, jedoch konnte Ahriman das Glück der Iraner nicht ertragen und ließ Neid im Herzen Salms gegen seinen Jüngeren Bruder wachsen, sodass er nicht mehr schlafen konnte. Er war nun der Meinung, dass sein Vater den Jüngsten ihm, den Ältesten bevorzugt hatte.

Das war auch die Ansicht Turs.

Daher schickte Salm Boten zu Tur, um eine Lösung wegen dieser Missverteilungen zu finden und ließ folgendes ausrichten: „Ich, Salm dein ältester Bruder, wünsche dir Glück und Erfüllung all deiner Träume, Schah von China und Turan. Ich begrüße deine Weisheit und deine Furchtlosigkeit. Wir sind die Betrogenen.

Denn ist jemals auf dieser Welt passiert, dass dem Jüngsten Krone und Thron gegeben wurden, dem Ältern aber dürres Land?

Wisse, der Vater hat uns Unrecht getan und ungerecht das Reich verteilt.

Ich weiß nicht, was du tun willst, aber ich bin nicht bereit, mich mit seinem Spruch zu begnügen und es hinzunehmen.“

Diese Worte raubten Turs Verstand und er ließ Salm zukommen, dass auch er ebenso dachte und nicht breit war, Feridun Schahs Willen zu akzeptieren. Daher müsste das Reich neu geteilt werden, wenn nicht mit Vernunft, dann mit Gewalt.

So kamen die Brüder überein und schickten einen Mobedan zum Schah, und stellten ihm ihre Forderungen.

Mit Staunen und Erschrecken  hörte Feridun vom Mobedan den Anspruch seiner älteren Söhne. Der Mobedan sagte: „Du O Herr, großer Schah vergib mir! Ich bin nur ein Bote, der um seine Leben fürchtet.“

Feridun ließ den Alten gut bewirten, da er wusste, dass der Alte keine Schuld hatte, da er nur ein Bote war. Nicht der Überbringer der Nachricht sonder der, der die Nachricht hat zukommen lassen, müsste bestraft werden.

Nun sprach der Schah Feridun zum Boten: „Geh und melde  meinen Söhnen, ich habe weder die Zeit noch die Kraft mich um Hass und Strafen zu kümmern.

Sag weiter, sie mögen den Rat ihres alten Vater nicht dem Wind überlassen.

Man darf niemals zulassen, dass das Herrschen einen Herrscher überwältigt. Wenn die Ohren taub werden für weise Worte und die Augen blind für das Leiden des Volks, dann missbraucht man seine Macht.

Wer regiert, wird nicht ewig bestehen und gierige Menschen werden so wie Zahak am Ende an einen Felsen geschmiedet. 

Kaum war der alte Mobedan fort, ließ Feridun seinen Sohn Iradj holen, um ihn zu informieren, was seine älteren Brüder zu sagen hatten.

Feridun sprach zu seinem Sohn: „Höre zu mein Sohn! Du musst wissen, solange du diese Krone trägst und stark bist, hast du unbegrenzte Freunde.

Und wenn du bleich im Gesicht bist, bist du allein.

Du sollst dich rüsten und dich zum Kampf gegen deine Brüder bereit machen, weil sie keine Bedeutung als Brüder mehr für dich haben. Denke nicht als ein Bruder an sie. Zögere nicht einen Augenblick.“ Der Schah sprach weiter: „Es heißt doch, den Becher sollst du morgen vor dem Streit ausleeren, sonst leert der Sieger ihn zur Abendzeit.“

Die Worte des Vaters schmerzten Iradj. Er konnte nicht glauben, dass seine eigenen Brüder zur solch einer Boshaftigkeit fähig waren.

Er dachte,  dass er keinen einzigen Gedanken an seine eigene Person verschwendet hatte, als er dem Drachen gegenüber stand.

Jedoch wusste der junge Herrsche noch nicht, dass ein Drache nur ein Drache ist. Man konnte gegen ihn leicht antreten, hingegen ein Mensch, der vor Neid und Gier getrieben wird, ist gefährlicher als jedes Ungeheuer.

Iradj hingegen erwiderte: „Nein, Vater! O, größter Herrscher alle Zeiten! Wie kann ein Mann gegen seine eigenen Brüder in den Krieg ziehen. Wenn es an der Krone liegt, möchte sie nicht haben. Die Krone und der Siegelring sind nicht so wertvoll, als dass ich mich gegen meine Brüder stellte. Sie sollen sie tragen. Ich will ohne Heer und jeglicher Begleitung zu meinen Brüdern laufen.“

Und ohne zu überlegen, ritt er zu seinen Brüdern.

Voll Bangen und verdunkelter Miene sah Feridun,  wie sein jüngster Sohn Iradj zu den Brüdern Salm und Tur eilte.

Als man Salm und Tur meldete, dass Iradj auf dem Weg zu ihnen war, zogen beide ihm mit ihrem Heer entgegen. Doch zeigten weder Salm noch Tur ein

friedfertiges Gesicht, als sie den Jüngern ohne Heer und nur in Begleitung einiger treuer Diener und unbewaffneten Männer mit heiterem Gesicht sahen.

Es entging Salm und Tur nicht, dass ihr eigenes Heer sich vor Iradj verneigte, als der junge Shah langsam auf seine Brüder zuging. Manche versuchten, ihn zu sehen und andre riefen seinen Namen. Ihre Mannen ehrten den jüngeren Bruder. Dies wiederum machte sie noch wütender.

Iradj, der ohne einen Hintergedanken, sich in sein Zelt zurückgezogen hatte, wusste nicht, dass Salm und Tur sich hinter seinem Rücken getroffen hatten, um zu besprechen, wie sie den jüngeren Bruder loswerden konnten.

Am nächsten Tag noch vor Sonnenaufgang gingen sie in Iradjs Zelt.

Nun musste auch Iradj erkennen, dass seine Brüder nicht gutes im Sinn hatten. Er dachte an das Gespräch mit seinem Vater, doch trotz seines Mutes überkam ihn die Angst.

So sprach er zu seinen Brüdern: „O, meine geliebten Brüdern! Ich bin hier hergekommen, um euch den Ring und die Krone zu überlassen.

Ich suche keinen Streit und will weder China und Chawer noch Iran.

Was bedeuten alles Ruhm und Macht in dieser Welt, wenn er von Hass zerfressen ist.

Die Worte besänftigten die zornigen Brüder nicht. Tur fühlte sich durch den Bruder beschämt und die Wut übermannte ihn. Er fasste nach einem goldenen Schemel und schlug damit auf den Haupt des Iradj.

Trotz Iradj immer wieder rief: „Auch wenn du mich noch mehr schlägst, werde ich niemals meine Hand gegen meinen eignen Bruder erheben. Lass mich am Leben. Wie ich sagte: Ich werde in ein fernes Land gehen, so dass man mich nie findet, und komme nie wieder zurück.

Es half nichts, er flehte und klagte.  „Töte mich nicht, ich habe Euch nichts getan.“

Doch Tur fühlte die Macht. Er zog einen Dolch und stieß in Iradjs Herz. Dann trennte er ihm das Haupt vom Leib und füllte den Schädel  mit Muskat und Ambar und schickte ihn dem Vater mit der spöttischen Bemerkung, er möge seinen Sohn Iradj mit Kronen und Diamanten schmücken, denn jetzt hätten Salm und Tur keine Einwände mehr.

 

Als der Bote den Haupt Iradjs Feridun brachte, verfinsterte sich die Sonne.

 

Feridun war gebrochen.

Die Fürsten zerrissen Ihre Kleidung, und die Krieger die Fahnen. Die Bevölkerung färbten die Gesichter blau und hängten schwarze Tücher an die Wände. Sie verhüllten ihre Pferde und Kriegelefanten in schwarze Tücher. Durch das ganze Land hörte man nur Wehklagen.

 

Feriduns Bett war die Erde und sein Thron der Staub. Für viele Wochen und Monate sperrte er sich in einen abgedunkelten Raum ein und ließ niemanden zu sich. Nur das Verlangen hielt ihn am Leben zu erfahren, ob es Gerechtigkeit genug in der Welt gab, den Tod des Sohnes zu rächen. Aber wie sollte er Krieg gegen die eigenen Söhne führen?

Da Ahuramazda Feridun liebte, ließ er ihm die größte Freude zu kommen, die möglich war.

Es dauerte nicht lange, da wurde Feridun die gute Nachricht überbracht.

Am Hofe wäre eine schöne Frau, die ein Kind er wartete, deren Leib schwanger sei vom Samen Iradjs.

Diese Nachricht war so wie himmlisches Licht im Leib des traurigen Schahs.

Feridun ließ ihr alle Liebe und Sorgfalt zukommen.

Er betete zu Ahuramazda ihm einen Enkelsohn zu schenken.

Ein Sohn stark wie ein Elefant, der die Mörder seines Vaters rächen und bestrafen würde.

Es verging Monate bis es so weit war, aber die Frau brachte eine Tochter zur Welt.

Feridun sah jede Hoffnung  verfliegen und verließ zornig das Gemach. Doch befahl er, dass alles für das Kind gemacht werden müsse.

Feridun sah immer wieder nach seiner Enkeltochter und sah zu, wie sie heranwuchs.

Das Mädchen wuchs unter den Augen der Weisen am Hofe auf, beschenkt durch die Liebe der Mutter und die Güte Feriduns.

Sie war so schön wie die Blumen im Garten und intelligent wie einen Königin.

So freute sich Feridun, als er die Nachricht erhielt, dass sich das Mädchen in einem Edelmann am Hofe verliebt hatte.

 

Durch das jahrelange Weinen um seinen Sohn war Feridun blind geworden.

Nun blühte wieder die Hoffnung in Feridun auf. Seine Enkeltochter gebar einen Sohn. Feriduns Augen begannen zu leuchten, als ihm diese Nachricht überbracht wurde.

Als er das Kind im Arm hielt, schien ihm, dass die Gerechtigkeit auf der Welt

nie verloren ginge, nicht der Glaube und nicht die Hoffnung. Er weinte vor Freude und Glück und küsste das Kind tausende Male. Dann griff er zum goldenen Becher, leerte ihn bis zum Grund und nannte den Knaben „Manutscheher“.

Er befahl, der das Kind trug, dürfte nicht auf Erde gehen sondern über Moschgsblüten (eine besonders stark duftende Blüte, die zum Norooz fest benutzt wird!) schreiten. Das Kind solle unter einem seidenen Schirm liegen und man solle seinen Körper vor scharfen Wind schützen.

 

So wuchs der Knabe heran. Und nun brannten am Hof wieder Kerzen und Feste wurden gefeiert mit Spiel und Tanz.

Die Jahre vergingen und Manutschehr wuchs zu einem starken und klugen Mann heran.

Feridun gab seinem Enkelkind Königskrone und Herrscherstab, den Schlüssel der Schatzkammer, arabische Rosse und indische Schwerter, Panzerhemden aus Rum, Schilde aus China.

Feridun rief alle Großen im Reich zu sich und befahl ihnen dem jungen Herrscher zufolgen.

All dies blieb den beiden Brüdern Salm und Tur nicht verborgen. Sie erkundigten sich nach Manotschehr und erfuhren von der Heiterkeit ihres alten Vaters Feridun. Sie bekamen Angst, da sie wussten, dass der Vater nicht Ruhen würde, bis die Gerechtigkeit gesiegt hatte und der Frevel gerächt worden war.

Um dem drohenden Übel zuvorzukommen, suchten sie nach einem redegewandten Mann.

Nachdem sie ihn gefunden und ihn mit dem Problem bekannt gemacht hatten, baten sie ihn, er solle als Bote zum Schah gehen, seinen Verstand zusammennehmen und Feridun zu ihren, Salms und Turs, Gunsten umstimmen.

Sie wären jung gewesen und dumm. Sie bereuten ihre Tat, doch nicht sie sonder Ahriman war es gewesen, der ihren Geist und ihre Herzen verwirrt hatte. Sie wünschten nichts sehnlicher, als zum großen Herrscher Manotschehr zu kommen, um sich ihm zu seinen Füssen zu werfen und sich wegen des Vater zu entschuldigen.

Sie ließen Elefanten vor den Wagen spannen und sie mit Gold, Silber, bester Seide aus China, Ambar, und vielen Schätzen des Abendlands beladen.

So eilte der Bote zu Feridun Schah.

Feridun erteilte dem Boten die Erlaubnis zutreten.

Der Bote versuchte mit allen Trick Feridun zu überzeugen. Dieser hörte ihm genau zu, doch er durchschaute die List der falschen Söhne.

Am Ende sprach Feridun: „Deine Herren reden weiß und denken schwarz. Bring deinen Herren die Geschenke zurück. Mit keinem Schatz dieser Welt können sie mein einziges Enkelkind (Manitschehr) mir „abkaufen“.

Ich werde ihn, wie sie es gewünscht haben, nach China und Turan schicken, aber mit der Fahne des „Kaweh“ und einem Heer, so groß, das die Welt noch nicht zuvor gesehen hat, so groß, das die Berge zum Tal und die Täler zu Berge werden. Und nun spute dich, weil ich nichts mehr zu sagen habe.“

Diese Nachricht schreckte Salm und Tur auf.

Sie trieben ihre Männer zusammen und holten jeden in ihre Armee und zogen gegen Iran.

Sie überschritten den Grenzfluss Djehun und drangen tief in das Land vor.

Doch Manotschehr eilte ihnen mit dreihunderttausend Reitern entgegen.

Als die zwei Heere aufeinander stießen, wogte die Erde wie die Wellen des Nils und bewegte die Erde zu ihren Füßen. Der Tag wurde Nacht und es floss soviel Blut, als wäre die Erde rot wie ein Tulpenbeet.

Der erste Tag brachte keinem ein entscheidendes Ergebnis und keinem den Sieg.

In der Nacht, die Männer lagen erschöpft im Blut der Freunde und Feinde, wollten Salm und Turs Heer das des Manotschehrs aus dem Hinterhalt überfallen, um so die Entscheidung zu erzwingen.

Aber Manotschehr war auf der Hut, er meldet seinen Männern, dass bei Salm und Turs Heer etwas vorginge. So setzte der junge Schah List gegen List. Er übergab Karen, dem Sohn von Kaweh, die Befehlsgewalt über das Heer, und verbarg sich mit einigen tausend Reitern in einem Hinterhalt um sich zur gegebener Zeit von der Flanke her auf Turs Leute zustürzen.

Turs Armee ganz sicher, dass die List aufgehen würde, marschierten ohne Schutz in das Heer Irans.

Tur selbst wollte sich Zutritt zum Zelt des Maoschehrs verschaffen und wie bei Iradj der Sache ein schnelles Ende bereiten. Es war ihm jedoch nicht klar, dass der junge Fürst vom hinterhältigen Attentat auf seinen Vater wusste.

Turs Vorstellung eines schellen Sieges zerbrach und als er versuchte zu fliehen, stieß Manotschehr seine Lanzenspitze in das Genick des Onkels, hob ihn aus dem Sattel und schleuderte in zu Boden. Er hackte ihm den Kopf ab, wie einst Tur es mit seinem Vater Iradj getan hatte, und gab den Befehl, diesen Feridun zu bringen, so dass der alte Herrscher endlich aus seinen Qualen befreit wurde.

Doch Salm war noch am Leben und so konnte die Welt noch nicht in Frieden leben.

Es stqnd eine Burg auf einer Insel im Meer, umgeben von Wasser reichte er bis in die Wolken und hinauf in die Ewigkeit.

Salm zog sich dahin zurück, und dachte bei sich, dass kein Feind ihm etwas nun antun könnte. Er würde warten bis die Sterne für ihn günstig standen um die Gelegenheit dann zu nützen.

 Manotschehr berauscht vom Sieg über Tur, wollte sich sogleich in die Alanen stürzen, um Salm zu bezwingen noch bevor dieser sich in den Alanen verbarrikadieren konnte.

Doch Kawes Sohn war klüger.

Er sagte zu seinem furchtlosen Herrn: „Kannst du nicht widerstehen? Warum willst du das Leben vieler braver Männer, die an deiner Seite gekämpft haben opfern? Wenn du meiner List vertraust, wirst du in die Festung eindringen unter Jubelgesängen und Paukenschall. Gib mir Turs Siegelring, seine Fahne und lass mich mit meinen Leuten nach Alanen ziehen.“

Es geschah wie er wollte.

Als Kaves Sohn mit seinen Leuten nach Tagen die Festung erreichte, schlüpfte er in die Kleider eines Boten, eilte zum Haupttor und rief, noch außer Atem: „Tur sendet mich und schickt mich mit Fahne und Siegelring. Öffnet mir das Tor! Nicht mehr lange und Manotschehr wird kommen, um die Alanen zu stürmen. Jedoch weiß ich rat, wie man ihn töten kann.“

Der Torwächter prüfte die Zeichen, und da er an ihrer Echtheit nichts auszusetzen hatte, ließ er Karen in die Burg hinein. Er zeigte ihm, wie der Bote wünschte die Wälle, Wachtürme und Tore.

In der Nacht als alles schlief und nur wenige Wachen auf ihre Posten waren, öffnete Karen das Tor für seine Leute, die sofort die Burg mit Kriegsgeschrei eroberten.

 

Bei Sonnenaufgang war Alanen in Schutt und Asche gelegt. Salm, der in der Burg Schutz gesucht hatte, stand nun vor den Trümmern seiner Stadt.

Salm stellte sich verzweifelt Manotscheher zum Kampf. Aber auch sein Haupt fiel zu Füssen des Feridun.

Für den großen Herrscher aller Zeiten war die letzte Sendung ein Genugtun und zugleich der größte Schmerz. Waren doch auch missratene Söhne - Söhne. Für ihn war der Glanz dieser Welt erlöschen. Sein Augen sahen nun nichts mehr als die Häupter seiner Söhne Iradj, Tur und Salm.

Nie wieder hat jemand Feridun lachen gesehen oder seine Stimme vorgenommen.

Der Tod war seine Erlösung.